August/Sept. 2022: Das Leben beginnt...

....am Ende der Komfortzone.

Mmh, was heißt das überhaupt? Das Ende der Komfortzone hieß für mich - die Verantwortung, der Spaß und das Organisieren der Ferien liegen komplett in meiner Hand. Aber zum Glück kannte ich das ja schon, da die Jungs und ich in der 1. Ferienwoche im Oberallgäu Urlaub gemacht haben. Normalerweise ist mein Mann der "Zeitmanager" und nun war ich gezwungen auch dieses Ressort zu übernehmen, was für mich das Schwierigste ist, da ich gerne alles in Ruhe angehe und ungern die Zeit im Nacken habe. Sprich: bin privat immer knapp dran :). 

Warum schreibe ich überhaupt darüber? Ich bin allein mit den Kindern 8 Tage mit dem Direktzug von München nach Rimini gefahren. 

Wir sind auf jeden Fall rechtzeitig (mein Mann hat uns gefahren ;) am Hauptbahnhof in München gewesen. Zum Glück kollidierte die Abfahrtszeit nicht mit seinen Prüfungsterminen, denn obwohl ich ja nur ganz wenig Gepäck mitnehmen wollte, ist es doch noch viel zu Schleppen gewesen. Spiel-, Mal-, Essenssachen sind großzügig ausgefallen um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Gut, dass ich ausreichend Essen dabei hatte; es gab kein Bordrestaurant. Nur eine Art Snackwagen auf Rädern der max. alle 5 Stunden mal vorbeikam...

Aber ich spule nochmal zum Anfang da mich das so viele gefragt haben. Wie kam ich eigentlich auf Rimini? Ich habe mit meinen 2 Jungs geredet und wir haben eine Nacht darüber geschlafen: Urlaub zuhause mit vielen Ausflügen - nochmal Berge- oder ans Meer. Wir haben uns einstimmig für Meer entschieden da wir alle das Meer und die Luft dort lieben. Da ich die lange Strecke nicht allein mit dem Auto bewältigen wollte, 1 Woche Fliegen umwelttechnisch/stressmäßig nicht in Frage kam, blieb der Zug. Verschiedene Ziele, Nacht- und Tagzüge habe ich gegoogelt, stundenlang Reise-Blogs und Erfahrungen durchstöbert und mich dann ernsthaft gefragt: "traue ich mir das allein mit meinen zwei Jungs zu?". Die Antwort kennt ihr.

8 Stunden Hin- und Rückfahrt haben beide gut geklappt. Wir haben viel zum Fenster rausgekuckt und  Flüsse, Berge und die Dunkelheit im Tunnel bestaunt, am WC angestanden und dort viel Desinfektionsmittel versprüht (was machen manche Leute auf dem stillen Örtchen eigentlich genau ..?), viel ins Kinder-Tablet und Handy geschaut und vom Meer geträumt.
Rimini ist ein Partyort, aber in unserer Ecke war es ab 22 Uhr ruhig und unser Familienzimmer groß und gemütlich. Italiener lieben Kinder und Kinder lieben Italien: fast jeden Tag Pizza und bestes Eis, dazu Spielhöllen, Sandburgen bauen und ein toller Pool! Von den anderen Gästen wurden die Kinder als Delfine im Wasser bezeichnet - also schwimmtechnisch sind wir auf gutem Niveau :) was für Mama auch mal ein paar Bahnen schwimmen und kurze Chill-Einheiten auf einer Liege bedeutete (puuhh ständig auf "on" ist schon anstrengend...) Nicht zu vergessen täglich süße Crossaints zum Frühstück in allen Variationen und für mich lecker Kaffee - da fängt der Tag gut an.

Wir hatten eine gute Zeit und waren auch bei Regen im Pool, bei größter Hitze beim Computer-Bowling und noch um 22 Uhr am Strand - das ist halt Urlaub.

Kann ich das empfehlen? Ganz klar ja - Zugfahren ist wirklich entspannt und ein Erlebnis für Kinder. Komfortzone verlassen? Unbedingt! 


So mein Mann hat noch 5 Prüfungen und ist dann am Donnerstag Abend staatlicher geprüfter Physiotherapeut. Wieviel Steine uns dann von den Schultern fallen? Etliche! Aber die Sommerferien größtenteils allein mit den Kids möchte ich nicht missen. Ich bin stolz auf die Buben, meinen Mann, mich und auf meine Pilates-Schüler - ob sie nun beim Sommerfit-Programm teilgenommen haben (manche Teilnehmer schrieben mir sie haben sogar mehr trainiert als sonst! 6x die Woche - wow!), kleine Übungen im Alltag eingebaut, mich schon in den Ferien wegen einem Termin angeschrieben oder nur gedacht haben: bald lege ich wieder richtig los mit Pilates! In diesem Sinne - ich bin wieder da und freue mich auf Euch!